Der alt Schorsch am Tisch näbedra säit, er nämm jetz vom Dokter us au die Cannabiströpfli wäg de Närve, die tüegen ihm so guet, er nämm immer grad no ne paar meh. Synerzyt heb me schliesslig do ummenand au no Hamf gha und mit der Rätsche denn d Stängel ufbrochen und Schnüer und Seili drus gmacht. Neu syg das nit, das Cannabis, – die frühenere hebe dänk am Füroobe sicher ammen au uf em Bänkli so Hamfblüeten in d Pfyli gstopft und graucht. Und mir chunnt grad wider s Hüüsli am Spitzacher in Sinn Ändi 70er Johr – oben inne wohn I und unde der Peter. Dä streut immer Vogelfuetter ufs Fänschterbrätt. Und wil er au e grüene Duume het, zieht er im ne Töpfli us thailändische Sömli e Hamfplänzli, won er denn dussen ins Gärtli setzt. Dört waggst das munter druflos und isch geg Ändi Summer e zwee Meter hööchi, prächtigi Stuude. Der Peter freut sich scho ufs Ärntedankfescht. Aber s chunnt leider anderscht: Do will nämlig der AltGmeinipreesi vo Häfelfingen uf Bsuech zu öpperem am Spitzacher und gseht im Gärtli vom Peter zuefellig die Hamfstuude stoh, wo bis doane no niemerem ufgfalle weer. Aber der Preesi het en Aug für alles Verbotene. «Dasch doch Marihuana!», rüeft er. Sofort schloot er Alarm uf 117 am Telifon im Lädeli vorne, es heb do Ruschisch und Haschgift am Spitzacher! Denn poschtiert er sich wie d Wacht am Rhy näb sim Fund, schwitzt und het vor heiliger Ufregig ganz e rote Chopf. Scho chömmen e paar Lüt cho gaffe, – das het me jo au nit alli Täg, e Drogefund im ne Noochbersgärtli! Der Preesi geiferet über die hütigi Jugend und öpper bringt em e Schnaps zur Berueigig. Gly fahrt d Polizei im VW vor und sogar e Reporter vo der Zytig mit me Fotiapparat. Jawoll, säit der Polizischt, s syg eidütig Ruschgift – die Planze müess vernichtet wärden und der Schuldigi verzeigt. Bim Usrysse wird im Preesi sy Chopf no rööter und er het Flängge vo wysse Speutzli in de Muulegge, wo der Reporter dä Momänt fötelet. Am andere Tag gsehsch denn uf der Syte mit «Unglücksfälle und Verbrechen» s Bildli vom stolze Preesi mit der usgrissene Planze. Er luegt in d Linse wie ne Held, wo dank ihm e labili Jugend grad no vor em Niidergang het chönne bewahrt wärde. Und der Peter muess uf e Poschte. Aber dört säit er äfach us, er wüss vo nüt, s Vogelfuetter syg dänk schuld! Dört syge jo au Hamfsome dinn und no chiem so Zügs wie Jät ganz von ellei. D Unschuld vom botanische Wildwuchs het denn au im Poschtechef yglüchtet und er het der Peter gly wider lo gumpe – ganz ohni Verzeigig. Der Schorsch grinst und säit, z Israel unde geeb me jetz schynts vom Staat us in den Altersheim de Senioren au Cannabis-Joints gege d Albträum. Und die sägen alli, das hätt men ihne meini au scho ehnder dörfe gee, das miech eim jo super zwäg und sogar amme wider echly gyggerig zwüschyne. «Selle si doch do bi eus au yfüehre», säit der Schorsch, «I weer der Erscht, wos nuhm!»

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